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Das sind die 20 freigelassenen Geiseln
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Das sind die 20 freigelassenen Geiseln

hintergrund Stand: 13.10.2025 16:50 Uhr Ihre Gesichter blicken seit zwei Jahren von Plakaten an jeder Straßenecke Israels. Nun sind die letzten verbliebenen Geiseln wieder frei. Wer sind sie und was

  • PublishedOctober 13, 2025


Ein befreiter israelischer Geisel steigt am Ichilov-Krankenhaus in Tel Aviv, Israel, aus einem Hubschrauber.


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Stand: 13.10.2025 16:50 Uhr

Ihre Gesichter blicken seit zwei Jahren von Plakaten an jeder Straßenecke Israels. Nun sind die letzten verbliebenen Geiseln wieder frei. Wer sind sie und was ist über ihre Gefangenschaft bekannt? Ein Überblick.

738 Tage waren sie in Gefangenschaft – nun sind die letzten Geiseln aus dem Gazastreifen, die noch am Leben sind, wieder frei. Unter den 20 Männern sind auch vier Deutsch-Israelis. Die Geiseln wurden unter grausamen Bedingungen festgehalten: Freigelassene Geiseln berichteten zuvor von Folter und anderen schweren Misshandlungen, von Hunger und schlimmen hygienischen Bedingungen. Wer sind die Männer, die am 7. Oktober 2023 beim Überfall islamistischer Terroristen auf Israel verschleppt und nun freigelassen wurden? 

Gali und Ziv Berman

Terroristen entführten die beiden 28 Jahre alten Zwillingsbrüder, die auch deutsche Staatsbürger sind, aus einem israelischen Grenzort – dem Kibbuz Kfar Aza. Sie wurden getrennt voneinander festgehalten. Ein Foto zeigt heute die Wiedervereinigung der Zwillinge – sie fallen sich mit ungläubigen Gesichtern in die Arme.

Die Zwillingsbrüder Gali und Ziv konnten sich nach 738 Tagen in Gefangenschaft endlich wieder in die Arme schließen.

Alon Ohel

Alon Ohel, der auch die deutsche und serbische Staatsbürgerschaft besitzt, wurde beim Nova-Festival aus einem mobilen Schutzraum entführt. Dabei soll es auch zu einer Explosion gekommen sein, bei der der 24-Jährige durch einen Splitter im Auge verletzt wurde. Seine Familie befürchtet, dass er teilweise erblindet sein könnte. Der Pianist soll in Geiselhaft angekettet worden sein. Seine Großmutter stammt aus Berlin und hat den Holocaust überlebt.

Matan Zangauker

Matan Zangauker wurde zusammen mit seiner Freundin Ilana Gritzewsky aus dem Kibbuz Nir Oz entführt. Gritzewsky wurde nach 55 Tagen freigelassen und kämpft seither unermüdlich für die Freilassung ihres 25-jährigen Freundes. Dessen Mutter ist eine der bekanntesten Geisel-Angehörigen und scharfe Kritikerin der Regierung.

Matan Zangauker (links) und seine Mutter Einav Zangauker (rechts)

Ariel und David Cunio

Die israelisch-argentinischen Brüder Ariel (28) und David Cunio (35) wurden zusammen mit weiteren Angehörigen entführt. Darunter waren Davids inzwischen fünf Jahre alte Töchter und seine Frau Sharon – bis auf die Brüder kamen alle wieder frei.

“Wir sind alle unglaublich bewegt”, sagte Danielle Aloni, die Schwägerin von David Cunio. “Ein Traum ist in Erfüllung gegangen, es ist unbeschreiblich”, sagte sie dem israelischen TV-Sender N12. 

Omri Miran

Omri Miran (48) wurde aus dem Kibbuz Nahal Oz entführt. Während des Angriffs hielten Bewaffnete seine Familie, darunter seine beiden Töchter im Alter von zwei Jahren und sechs Monaten, in der Küche eines Nachbarhauses als Geiseln fest – und übertrugen die Szene live auf Facebook. Miran wurde verschleppt. Seine Frau, Lishay Miran Lavi sagte, ihre jüngere Tochter kenne “Papa Omri” nur aus Fotos und Videos.

Omri Miran wird von einem Familienmitglied in Empfang genommen.

Eitan Horn

Eitan Horn (39) aus Kfar Saba besuchte am 7. Oktober seinen Bruder Iair im Kibbuz Nir Oz. Beide wurden entführt. Die meiste Zeit des Krieges hielten die Entführer sie mit drei weiteren Geiseln in einer schmutzigen Zelle unter der Erde gefangen. Anfang Februar filmten die Milizionäre die emotionale Szene, als den Brüdern mitgeteilt wurde, dass Iair freigelassen werde, Eitan aber in Gaza bleiben müsse. In sozialen Medien teilte seine Familie anlässlich von Eitans 39. Geburtstags mit: “Eine ganze Nation kämpft für dich, und schon bald wirst du wieder bei uns zu Hause sein.”

Eitan Horn nach seiner Freilassung wiedervereinigt mit seinen Brüdern Amos und Iair.

Guy Gilboa-Dalal

Der inzwischen 24-Jährige wurde zusammen mit seinem besten Freund Eviatar David vom Nova-Festival verschleppt. Guys Bruder konnte fliehen. Anfang des Jahres veröffentlichte die Hamas Aufnahmen, die zeigen, wie die beiden Freunde die Freilassung anderer Geiseln anschauen mussten und die israelische Regierung verzweifelt anflehen, auch für ihre Freilassung zu sorgen.

Eviatar David

Der Israeli ist der beste Freund von Guy Gilboa-Dalal. Im August veröffentlichte die Hamas ein Video eines abgemagerten und blassen David. Der 24-Jährige sagte, er grabe sein eigenes Grab. Die Zustände der Geiseln in diesen Videos erschütterten Israel und führten zu Massenprotesten, bei denen Zehntausende ein Waffenstillstandsabkommen forderten – eine der größten Demonstrationen seit Monaten.

Wiedervereint: Eviatar David (Mitte) wurde nach seiner Freilassung von seinen Eltern in Empfang genommen.

Avinatan Or

Der inzwischen 32-jährige Avinatan wurde ebenfalls vom Nova-Festival entführt – zusammen mit seiner Freundin Noa Argamani. Israels Armee befreite Argamani im Sommer vergangenen Jahres. Am 7. Oktober veröffentlichte die Hamas ein Video der beiden, das zu den bekanntesten Aufnahmen dieses Tages wurde. Es zeigt Argamani auf einem Geländefahrzeug, wie sie unter Tränen ruft: “Tötet mich nicht!” und ihre Arme nach Or ausstreckt, der von Bewaffneten von ihr weggeführt wird.

Avinatan Or (links) wird nach seiner Freilassung durch Angehörige der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) empfangen.

Bar Kuperstein

Bar Kuperstein (23) war Krankenpfleger bei der Armee und arbeitete auf dem Nova-Festival als Sicherheitsmann. Zeugen sagten, er sei auf dem Gelände geblieben, um Erstversorgung für angeschossene und verletzte Menschen zu leisten. Sein Vater Tal Kuperstein ist seit einem Unfall auf den Rollstuhl angewiesen, jahrelang war er auch stumm. Nach der Entführung seines Sohnes arbeitete Tal daran, seine Sprache wiederzuerlangen, um mit seinen eigenen Worten für die Freilassung von Bar zu kämpfen. Er kündigte zudem an, er werde seinen Sohn stehend begrüßen, wenn dieser endlich freigelassen werde. Das Versprechen löste der Vater nun ein: Israelische Medien veröffentlichten Aufnahmen, auf denen weinende Angehörige Tal halfen, sich aus dem Rollstuhl zu erheben und den heimgekehrten Bar zu umarmen.

Eitan Mor

Der 25 Jahre alte Israeli war auf der Wüsten-Party ebenfalls zuständig für die Sicherheit und hat sich Berichten zufolge um verletzte Festivalbesucher gekümmert. Seine Eltern gründeten das Tikva Forum, eine lose organisierte Gruppe von Angehörigen der Geiseln. Sie setzten sich für militärischen Druck – nicht für einen sofortigen Waffenstillstand oder ein Geiselabkommen – als besten Weg zur Heimkehr der Geiseln ein. Mit dieser Haltung stellte sich Mors Vater gegen viele andere Familien von Geiseln.

Eitan Mor (Mitte) trifft seine Familie in der Erstaufnahmestelle, nachdem er freigelassen wurde.

Rom Braslavski

Der Deutsch-Israeli war als Sicherheitsmitarbeiter bei dem Nova-Festival angestellt und versuchte, Menschen vor Ort zu retten. Im August veröffentlichte die militante Gruppe Islamischer Dschihad ein Video, in dem der 21-Jährige abgemagert in einem Tunnel zu sehen war. Er flehte um sein Leben und erklärte, Verletzungen am Fuß hinderten ihn am Stehen. Nach Einschätzung von Experten ist Braslavski stark untergewichtig und hochgradig gefährdet.

Ein Bild von Rom Braslavski auf einer Veranstaltung

Josef-Chaim Ohana

Josef-Chaim Ohana wurde vom Nova-Festival entführt, wo er als Barkeeper arbeitete. Zeugen sahen ihn, wie er versuchte, anderen bei der Flucht zu helfen, bevor er verschleppt wurde. In einem von der Hamas veröffentlichten Video sagte der 25-Jährige im Mai dieses Jahres: “Ein ganzes Land will, dass dieser Albtraum aufhört.”

Josef-Chaim Ohana wurde nach seiner Freilassung aus dem Gazastreifen zu einer medizinischen Untersuchung gebracht.

Elkana Bohbot

Auch Elkana Bohbot (36), Vater eines kleinen Jungen, wurde auf dem Nova-Festival entführt. Im vergangenen Jahr veröffentlichte die Hamas mehrere Videos von Bohbot, die offenbar unter Zwang entstanden. “Seit zwei Jahren kämpfe ich um das Leben meines Mannes”, schrieb seine Frau Rebecca Bohbot auf Instagram.

Nimrod Cohen

Nimrod Cohen wurde aus einem Panzer entführt, in dem er als Soldat in Südisrael stationiert war. Drei weitere Soldaten in dem Panzer wurden getötet. Seine Mutter, Viki Cohen, sagte: “Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen”, als sie auf dem Weg war, um ihren Sohn wiederzusehen. “Ich bin so aufgeregt. Ich bin voller Glück. Es ist schwer vorstellbar, wie ich mich in diesem Moment fühle.”

Die Eltern von Nimrod Cohen halten ein Poster mit seinem Bild.

Maxim Herkin

Maxim Herkin (37), der ebenfalls vom Nova-Festival entführt wurde, stammt ursprünglich aus der Ukraine und hat eine kleine Tochter. Kurz vor seiner Entführung schrieb er seiner Mutter eine letzte Nachricht: “Ich liebe dich.” Im Juli veröffentlichte die Hamas ein Video von ihm, das Monate zuvor unter Zwang aufgenommen worden war. Dort sagte er, die Geiseln fühlten sich nicht wie Menschen.

Maxim Herkin (Archivbild)

Matan Angrest

Matan Angrest, ein israelischer Soldat, war in einem israelischen Panzer, als er entführt wurde. Der heute 22-Jährige soll Berichten zufolge angekettet und geschlagen worden sein. Seine Familie zählt zu den am lautesten Protestierenden und ist äußerst kritisch gegenüber Premierminister Benjamin Netanjahu.

Segev Kalfon

Segev Kalfon (27) betrieb zusammen mit seinen Eltern eine Bäckerei in der Negev-Wüste. Er wurde vom Nova-Musikfestival entführt, wo er zuletzt gesehen wurde, als er versuchte, vor den Angreifern zu fliehen. Bei Kalfon war eine Angststörung diagnostiziert worden – ein Umstand, den seine Familie bei der Forderung nach seiner Freilassung besonders betonte. Nach der letzten Waffenruhe erhielt die Familie ein erstes Lebenszeichen, als einige der befreiten Geiseln berichteten, sie seien monatelang mit ihm zusammen festgehalten worden.

Mit Material der Nachrichtenagenturen dpa, AP, AFP


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shehryarsiraj786@gmail.com

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